Die besten Filmparodien aller Zeiten

Filmparodien ahmen bekannte und weniger bekannte Kinowerke oftmals übertrieben und verzerrt nach oder persiflieren ganze Filmkategorien, indem Genre-Spezialitäten in ihrer ganzen Absurdität herausgearbeitet werden. Gute Parodien sind ein Fest für Filmfreunde und Hasser gleichermassen.

Wenn die Parodie besser als das Original ist

Filme, die parodiert werden, sind zum einen die bekannten Blockbuster, zum anderen auch Streifen, deren Handlung nach einem altbekannten Schema ablaufen, oder deren Inhalt heute nicht mehr modern erscheint. Gute Parodien persiflieren die im Original gemachten, inhaltlichen und dramaturgischen Fehler, so dass Genrehasser mit Genuss bestätigt bekommen, weshalb eine bestimmte Filmkategorie oder ein bestimmter Streifen zu meiden ist. Parodien können aber auch einzelne Filme in hoher Folge nacheinander zitieren und mit einer enormen Gagdichte ein Feuerwerk an Nonsens abbrennen - es stellt sich aber die Frage, ob diese Art von Parodie die Liebe oder Kritik am zitierten Werk nicht doch vermissen lässt.

Es gibt nur wenige Regisseure, die sich akribisch mit den zu parodierenden Werken auseinandersetzen und mit einem gewissen Hang zum Detail eine zufriedenstellende Parodie abliefern. Selbst die bekannteren Parodisten wie das ZAZ-Team (David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker) haben mit "Die nackte Kanone" (The Naked Gun: From the Files of Police Squad!, 1988) und mit "Hotshots!" (1991) oder Mel Brooks mit "Spaceballs" (1987) und "Der wilde, wilde Westen" (Blazing Saddles, 1974) Werke unterschiedlicher Qualität geschaffen, die für Komödienfreunde aber durchaus geniessbar sind. Hier gilt es wohl, sich mit Hilfe der besseren Werke zuerst an die Filmsprache der jeweiligen Parodisten heranzutasten, um die Filmsammlung dann spezifisch zu vergrössern.

Parodien auf Historienfilme

Historienfilme eignen sich hervorragend, parodiert zu werden: so unterscheiden sich die billig produzierten und gerne parodierten Sandalenfilme italienischer Machart mit ihrem Fokus auf Schwertkämpfen und Massenszenen massgeblich von den opulenteren Monumentalfilmen, in denen auch Wert auf die Entwicklung des Hauptcharakters gelegt wird. Heutzutage unverständlich ist, dass beide Arten von Filmen an der Kinokasse erfolgreich waren, und in einigen Sandalenfilmen ein grosses Staraufgebot mitspielte.

Monty Pythons "Das Leben des Brian" (Life of Brian, 1979) - eine sehr empfehlenswerte Parodie auf Sandalenfilme und Bibelsatire - schildert das Leben des farblosen Brian Cohen (Graham Chapman), der unter der Fuchtel seiner herrischen Mutter Mandy (Terry Jones) zur Zeit von Jesus von Nazareth in Judäa aufwächst. Da er sich in die idealistische Freiheitskämpferin Judith verliebt, engagiert er sich in einer jüdischen Widerstandsbewegung gegen die römische Besatzung. Doch er wird von den Römern geschnappt. In einer aberwitzigen Szene - in der die Unberechenbarkeit der Pythons voll zum Tragen kommt - gelingt ihm unter Mithilfe von Ausserirdischen die Flucht. Das Raumschiff stürzt allerdings ab, und er kann sich auf dem Marktplatz von Jerusalem vor einem römischen Suchtrupp erfolgreich als Prophet tarnen. Inmitten anderer Propheten hören zuerst nur einige wenige Menschen seinem Gestammel zu. Doch die Zahl an Interessierten steigt rasant, und Brian kann bald eine grosse Gefolgschaft hinter sich scharen, die ihn schliesslich verfolgt. Zu seinem Unglück werden aufgrund der Menschenmassen auch die Römer wieder auf ihn aufmerksam...

Das Leben des Brian

Am Kreuz stimmen alle zum Tode Verurteilten in ein fröhliches Lied ein: "Always Look on the Bright Side of Life" - Sony Pictures

Monty Pythons Absicht war nicht, eine Parodie zu drehen, doch der Film wird in etlichen Rezensionen durchaus als Parodie auf Bibelfilme wahrgenommen. Vielmehr wollen die Pythons ausarbeiten, dass die christliche Lehre womöglich auf falsch überlieferten Fakten beruht und kritisieren indirekt das Dogma einzelner Gruppen bei der Auslegung der Bibel.

Bei Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" (Monty Python and the Holy Grail, 1975) ist der satirische Charakter noch stärker ausgeprägt, denn es wird eher die Artus-Saga und das Verhältnis zwischen Briten und Franzosen parodiert, als dass das Genre Historienfilm persifliert wird. Die Komödie ist wie von Monty Python gewohnt, sehr sarkastisch, zeigt überdrehte Personen in absurden Situationen und spottet über alles, was irgendjemandem heilig sein könnte - mit einem Humor, der oftmals zotig ist, dann aber auch schräg und in anderen Momenten zum Nachdenken anregt. In diesem Sinne ist "Ritter der Kokosnuss" aber eine willkommene Abwechslung für alle, die mit ernst gemeinten Historienfilmen nichts anfangen können.

In "Ritter der Kokosnuss" suchen König Arthur und seine Gefolgsleute nach dem heiligen Gral und müssen etliche Abenteuer bestehen - Sony Pictures Home Entertainment

Parodien auf Horrorfilme

Auch der Horrorfilm ist ein dankbares Genre für Filmparodien. Denn in dieser Filmkategorie sind sehr viele B-Filme mit schlechten Effekten, Storylöchern und den immerwährend gleichen Strickmustern gedreht worden. So können zum Beispiel die schwarzweissen Frankenstein- und Vampir-Klassiker parodiert werden, aber auch der Teeniehorrorfilm, in dem Pubertierende, die sich seltsam benehmen, zu bevorzugten Opfern von Killern oder Monstern werden.

In "Shaun of the Dead" (2004) unter Regie von Edgar Wright, bemerkt der Titelheld Shaun (Simon Pegg) zunächst nicht, dass etwas Seltsames vor sich geht. Shaun, Verkäufer in einem Elektrowarengeschäft - erhält von der Freundin Liz (Kate Ashfield) den Laufpass, da er zuviel Zeit im Winchester-Pup verbringt. Hauptgrund für die Trennung ist aber der schlechte Einfluss von Ed (Nick Frost), einem gammligen Kleinkriminellen, der zusammen mit Shaun und Pete in einer kleinen WG lebt. Betrübt von der Trennung realisiert Shaun sehr spät, dass mittlerweile einige Zombies die Strassen bevölkern, die sich von Menschenfleisch ernähren. Nun entschliessen sich Shaun und Ed, an einem bekannten Ort Zuflucht zu suchen: dem Winchester-Pup! Sie machen sich auf den Weg, Verwandte und Bekannte einzusammeln, was tückische Gefahren mit sich bringt, denn die Zombies sind überhaupt nicht freundlich gesinnt...

Shaun of the Dead

Shaun (Simon Pegg - im Anzug) und seine Freunde benehmen sich wie Zombies, damit sie den Untoten nicht auffallen - Rogue Pictures

"Shaun of the Dead" ist eine eigenständige Komödie - also nur in Grundzügen eine Parodie auf Zombiefilme - die zeigt, wie 30-Jährige, die noch nicht im Leben angekommen sind, mit einer völlig neuen, lebensgefährlichen Situation fertig werden müssen. Die Protagonisten geraten dabei in Absurditäten, die herrlich detailliert ausgearbeitet sind. In Szenen, in denen reichlich Blut spritzt, wird die oftmals sehr realistische Darstellung verstümmelter Körper durch einen bissigen Humor gebrochen. Hier kann man durchaus annehmen, dass Splattermovies mit einem derben Hang zum Detail parodiert werden!

Mel Brooks "Frankenstein Junior" (Young Frankenstein, 1974) ist eine detaillierte Parodie der Frankensteinfilme, die um 1930 gedreht wurden. In Schwarzweiss und teilweise in den Originalkulissen, bietet der Film einen Charme und eine Theatralik, die den zitierten Streifen schon sehr nahe kommen, wenngleich "Frankenstein Junior" an einigen Stellen einen sehr derben Humor entfaltet. Viele Running Gags ("Frau Blücher") zünden aber an den richtigen Stellen.

Frankenstein Junior

Dr. Frederik Frankenstein (Gene Wilder) und sein Gehilfe Igor (Marty Feldman, im Hintergrund) erschaffen ein Monster (Peter Boyle) - Twentieth Century Fox

Immer wenn der Neurochirurge Dr. Frederick Frankenstein (Gene Wilder) auf die Forschungen seines Grossvaters angesprochen wird, rastet er aus. Er beharrt sogar darauf, dass sein Name anders ausgesprochen wird, nur um nicht mit den Legenden in Verbindung gebracht zu werden, dass Frankenstein tote Materie zum Leben erwecken wollte. Als er das Erbe seines Grossvaters in Transsilvanien antreten muss, trifft er zuerst auf Igor (Marty Feldman) und die hübsche Laborassistentin Inga (Teri Garr), die ihn in das Anwesen seines Grossvaters führen. Dort lernt er die bedrohliche Haushälterin Frau Blücher (Cloris Leachman) kennen, deren Name sogar den Pferden Angst einflösst. Wenig später finden Inga und Frederick den Zugang zur geheimen Bibliothek des verstorbenen Frankensteins und Frederick studiert mit zunehmender Begeisterung die Aufzeichnungen seines Grossvaters. Alsbald gräbt er zusammen mit Igor auf dem Friedhof eine Leiche aus, um die Forschungen seines Grossvaters fortzuführen...

Parodien auf Kriminalfilme

"Hot Fuzz - zwei abgewichste Profis" (Hot Fuzz, 2007) unter Regie von Edgar Wright ist eine Hommage an Kriminalfilme, die einige Storyelemente des Genre in höchst liebevoller Weise persifliert. Als der übereifrige Londoner Polizist Nicholas Angel (Simon Pegg) versetzt wird, weil er die anderen, weniger strebsamen Kollegen neben ihm schlecht aussehen lässt, ahnt er noch nicht, wie verschlafen sein neues Revier ist: In Sandford angekommen, trifft er auf völlig inkompetente Wachtmeister, faule Polizisten, einen Polizeichef, der kleinere Verfehlungen durchgehen lässt und Danny Butterman (Nick Frost ), den beleibten Sohn des Polizeichefs. Sandford wäre eigentlich ruhig und laut Verbrechensstatistik völlig sicher, doch Sergeant Angel gelingt es, die Stadt innerhalb von wenigen Minuten aufzumischen, wofür er gemassregelt wird. Im Dienst mit seinem neuen Partner Danny jagt er alsbald Schwäne...

Danny Butterman (Nick Frost ) und Sergeant Nicholas Angel (Simon Pegg) bei der Polizeiarbeit - Universal Pictures

Eines Tages bemerken die beiden die Waffensammlung eines Bauern, der hierfür keine Lizenz besitzt. Doch dieser bislang spektakulärste Fall, der die polizeiliche Asservaten-Kammer füllt, wird alsbald durch eine grosse Zahl an Verkehrsunfällen übertroffen. Nur Angel ist davon überzeugt, dass es sich hierbei um Morde handelt...

Parodien auf Katastrophenfilme

Die 1970er Jahre waren das Jahrzehnt der Katastrophenstreifen - insbesondere Flugzeugkatastrophenfilme wie "Airport" oder "Giganten im Himmel" wurden in den Kinos gezeigt. Die meisten Werke zeichneten sich aber durch eine schematische Machart aus: so soll sich der Zuschauer in der ersten Hälfte des Filmes mit den Protagonisten anfreunden, indem die Vorgeschichten der Personen detailliert vorgestellt werden. Kommt es dann zur Katastrophe an, in der alle gefährdet sind, kann sich einer als Held profilieren.

Eine etwas überzeichnete Fassung des Katastrophenfilms legte das ZAZ-Team (David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker) mit "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" (Airplane!, 1980) vor. ZAZ haben insbesondere beim Casting eine hervorragende Arbeit geleistet, da einige Schauspieler wie Lloyd Bridges oder Peter Graves, die man sonst nur von ernsthaften Rollen kennt, in dieser Parodie unglaublich gut funktionieren. Eine echte Entdeckung für das komödiantische Fach war übrigens Leslie Nielsen, der bis dahin nur in ernsthaften Rollen zu sehen war.

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

Otto der Autopilot neben der Stewardess Elaine (Julie Hagerty) und dem nervösen Ted Striker (Robert Hays), der das Flugzeug landen soll - Paramount Pictures

Die Parodie beschreibt einen Flug von Los Angeles nach Chicago und beschäftigt sich in der ersten Hälfte ausgiebig mit den Charakteren der Flugpassagiere, die hier aber äusserst bunt zusammengewürfelt sind. An Bord ist auch Ted Striker (Robert Hays), der sich trotz Flugangst entschliesst mitzureisen - als ehemaliger Kampfflieger hat er einen Unfall verursacht und konnte die Tötung einiger Kameraden nicht überwinden. An Bord befindet sich aber auch seine Exfreundin Elaine (Julie Hagerty), die als Stewardess arbeitet und die Ted zurückgewinnen will. Als eines der zwei Wahlmöglichkeiten beim Essen - das Fischgericht - Übelkeit verursacht und davon die ganze Pilotencrew betroffen ist, muss Ted den Steuerknüppel übernehmen. Aber ist das eine gute Idee? Erst Dr. Rumack (Leslie Nielsen) kann Ted die Angst nehmen, indem er die Worte wiederholt, die einer seiner sterbenden Patienten - einer von Teds Kameraden - ihm mitgeteilt hat...

Die Geschichte zwischen Ted Striker, der Stewardess Elaine und Dr. Rumack ist herrlich überkonstruiert, so dass der Film zwar wenig glaubwürdig ist - aber als Parodie auf die oft auch unglaubwürdigen Katastrophenfilme funktioniert "Die unglaubliche Reise in einem Verrückten Flugzeug" eben doch.

Parodien auf Musikfilme

Rob Reiners Parodie auf Rock-Dokumentationen (oder Rockumentaries) "This is Spinal Tap" (1984) in der die rein fiktive, britische Rockband "Spinal Tap" in unmöglichen Situationen gezeigt wird, hat sich erst langsam zu einem Kultfilm entwickelt. Damalige Kinobesucher haben sich womöglich nicht mit der Wackelkamera angefreundet, bzw. den parodistischen Charakter des Films überhaupt nicht erkannt. Doch Rob Reiner - der im Film als Regisseur Marty DiBergi in Erscheinung tritt - hat sowohl das ausschweifende Leben von Rockmusikern satirisch verarbeitet, aber auch die Heiligenverehrung, die den Musikern in den Dokumentationen der damaligen Zeit entgegengebracht wurde. Einige Musiker, die "This is Spinal Tap" gesehen haben, fanden den Film durchaus realistisch, denn Episoden aus dem Künstlerleben, die Rob Reiner hier bewusst und auch überzeichnet zeigt, werden in ernstgemeinten Rockumentaries weggelassen: so dokumentiert Reiner, wie sich Spinal Tap in den Katakomben eines Stadions verirrt, was vielen Künstlern auch schon passiert ist. "This is Spinal Tap" wurde übrigens aus 40 Stunden teilweise improvisiertem Material auf 82 Minuten runtergeschnitten.

This is Spinal Tap

Spinal Tap bei einem Auftritt - Metro-Goldwyn-Mayer

Die Jugendfreunde David St. Hubbins (Michael McKean) und Nigel Tufnel (Christopher Guest) starteten 1960 erste Flower-Power Bandprojekte, denen kein Erfolg beschieden war. Erst Jahre später mit "Spinal Tap" und verstärkt durch den Bassisten Derek Smalls (Harry Shearer) hat die Band mit Heavy Metal einen limitierten Erfolg. In der von Marty DiBergi (Rob Reiner) dokumentierten US-Tour spielt Spinal Tab in halbleeren Stadien, die Musiker benehmen sich daneben und es kommt zu einigen Missverständnissen. Inmitten der desaströsen Tour trifft die Meldung ein, dass Plattenläden den Verkauf des neuen Albums ablehnen, da das Cover sexistisch sei, was die Spannungen in der Gruppe noch erhöht. Als es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen kann, irrt sich Tufnel bei den Längenangaben in den Skizzen zu einem Bühnenaufbau: aus 18 Fuss werden 18 Zoll und die Gruppe macht sich in einer völlig missratenen Bühne lächerlich, die an Stonehenge erinnern soll...

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