Die besten Filmkomödien aller Zeiten

Komödien präsentieren Menschen in oftmals überzeichneten, absurden Situationen, die sich nach etlichen Wirrungen und Wendungen aber wieder in Wohlgefallen auflösen.

Die Komödie unterhält mit amüsanten Situationen oder interessanten Charakteren

Eine Komödie soll die Zuschauer erheitern, entweder indem belustigende Charakteren ihre menschlichen Schwächen zur Schau stellen, oder indem witzige Situationen konstruiert werden, an denen Menschen wie Du und ich verzweifeln. Eine Steigerung dessen sind die Grotesken, in der völlig absurde und bizarre Situationen gezeigt werden, in denen einfach gestrickte Menschen durchaus Grausamkeiten erleben - wobei klar erkennbar ist, dass die Situation so nicht existieren kann. Doch meistens unterhalten Komödien mit feinem Witz oder geben zu leichter Schadenfreude Anlass. Bei stilleren Filmen, bei denen man mit den Protagonisten Mitleid empfindet, deren Schicksal sich dann aber durch witzige Fügungen zum Guten wendet, spricht man eher von Tragikomödien. Ein witziger, unterhaltsamer Film, der Kritik an Gesellschaft, Politik oder Lebensumständen ausübt, kann auch unter "Filmsatire" eingeordnet werden.

Kategorisierungen in Charakterkomödie und Situationskomödie sind aber oftmals fliessend, weil ein unmöglicher Charakter sich eher in bizarre Situationen hineinmanövrieren kann, bzw. die seltsame Situation auch Charakterschwächen zum Vorschein bringen kann. Ähnlich unscharf sind Komödie, Tragikomödie und Satire voneinander abgegrenzt, weshalb wir auch auf einige Filme hinweisen, die in einem anderen Genre besprochen werden. Eine weitere Möglichkeit, Untergenre zu bilden, bietet die Handlung eines Films. Spielt sie in einer Familie, kann als Untergenre "Familienkomödie" dienen, handelt sie vom kriminellen Milieu könnte "Gaunerkomödie" den Film beschreiben.

Charakterkomödien

"Die fabelhafte Welt der Amélie" (Le fabuleux destin d’Amélie Poulain, 2001) von Jean-Pierre Jeunet ist die märchenhafte Geschichte von Amélie Poulain (Audrey Tautou), die sich seit dem Tod der Mutter und der wenig herzlichen Beziehung zu ihrem Vater, in eine Fantasiewelt zurückzieht. Als Kellnerin arbeitet sie im Café "Deux Moulins" - ihr Alltag wäre eigentlich grau - doch Amélie findet Gefallen an kleinen Dingen, wie z.B. Steine über Wasseroberflächen springen zu lassen. Am Todestag von Lady Di findet sie ein kleines Schatzkästen eines Jungen hinter einer Fliese des Bades. Sie fasst den Entschluss, den Besitzer zu suchen und die Erinnerungsstücke zu überreichen. Falls der sich freut, will sie weitere Menschen beglücken. Tatsächlich kann sie Dominique Bretodeau ausfindig machen, der sich tief bewegt zeigt. Amélie findet Gefallen an ihrer selbstgestellten Aufgabe und versucht nun, ihren Vater zu bewegen, das Haus zu verlassen, indem sie einen Gartenzwerg auf Reisen schickt. Auch Monsieur Collignon, der Patriarch eines Gemüseladens, der seine Angestellten schlecht behandelt, und Georgette, eine Kollegin von der Arbeit, und viele weitere Menschen erhalten nun Amélies Aufmerksamkeit. Doch die wichtige Frage lautet: wird Amélie ihr eigenes Glück finden?

Die fabelhafte Welt der Amélie

Amélie bastelt für eine Nachbarin an einem verschollenen Brief des längst verstorbenen Ehemanns, dessen Inhalt die Frau zurück ins Leben holen soll - Miramax

Jean-Pierre Jeunet hat eine kleine Welt voller skurriler Einfälle und fantastischer Charakteren geschaffen, die märchenhaft überzeichnet präsentiert wird. Amélie ist vielleicht nicht eine Komödie, die aus dem Leben gegriffen ist, sondern wirkt eher wie ein modernes Märchen mit einer melancholischen Grundstimmung, das durch den herzensguten Charakter der Amélie eine erfrischende Komponente enthält.

Die folgenden tragikomischen Streifen mit einem Fokus auf Charakteren werden an anderer Stelle im Abschnitt "Charakterstudien" erwähnt: "Forrest Gump" (1994), "Das Leben ist schön" (La vita è bella, 1997), "American Beauty" (1999), "Der Stadtneurotiker" (Annie Hall, 1977)

Situationskomödien

Mit der Idee zu "Manche mögen's heiss" (Some Like It Hot, 1959) löste Billy Wilder einiges Befremden aus. Mehrere Konventionen werden im Drehbuch gebrochen: die Komödie startet mit einem Blutbad und präsentiert Männer in Frauenkleider! Trotz Warnung hat sich Billy Wilder entschlossen, den Film zu drehen und damit eine der besten Komödien zu erschaffen, die noch heute Menschen begeistert. Der Streifen spielt frivol mit Geschlechterrollen, bietet umwerfend altmodisch wirkende Dialoge und präsentiert mit Tony Curtis (Joe, Josephine), Jack Lemmon (Jerry, Daphne), Marilyn Monroe (Suger Kane Kowalczyk) brillante Komödianten, die ein Gespür für das richtige Timing haben.

Manche mögen's heiss

Josephine (Tony Curtis) und Daphne (Jack Lemmon) haben sich gut in die Frauenkombo eingefügt - Metro-Goldwyn-Mayer Studios

1929 - mitten in der Prohibition - ist Chicago in der Hand des organisierten Verbrechens. Die beiden Jazzmusiker Jerry und Joe beobachten zufällig einen Mord in einer Garage. Verfolgt von den Mördern, heuern die beiden perfekt getarnt als Daphne und Josephine in einer Frauenkombo an. Während des ersten Engagements im Hotel "Seminole Ritz" in Florida bleibt einiger Raum für amouröse Verstrickungen: die beiden haben sich in die naive, blonde Sängerin Sugar Kane Kowalczyk verguckt, aber werden selbst von der Männerwelt begehrt. Joe macht sich schliesslich in der Rolle des jungen zukünftiges Millionairs "Shell Junior" an Sugar heran, währenddessen Daphne mit Osgood Fielding - einem reichen Lüstling - eine Verabredung hat. Die Situation der beiden verkompliziert sich drastisch, als im Hotel die alljährliche Versammlung der Mafia durchgeführt wird: Darunter der Gangsterboss "Gamaschen-Colombo" (George Raft), in dessen Beisein damals der Mord stattfand...

In der Gaunerkomödie "Der Clou" (The Sting, 1973) unter Regie von George Roy Hill rächt sich der Trickbetrüger Johnny Hooker (Robert Redford) an Doyle Lonnegan (Robert Shaw). Johnny nahm mit seinem damaligen Partner Luther Coleman (Robert Earl Jones) Lonnegans Geldkurier Mottola aus. Als Lonnegan davon erfährt, lässt er Luther töten. Der Tod von Luther, der eigentlich ein normales Leben beginnen wollte, erschüttert den Lebemann Johnny. Er fasst den Entschluss, sich an Henry Gondorff zu wenden, einen älteren Kollegen von Luther, der mittlerweile mit seiner Freundin ein Bordell und ein Kinderkarussel betreibt, aber trotz seiner Alkoholprobleme noch alle Betrügertricks kennt. Um sich wirkungsvoll an Lonnegan zu rächen, zielen die beiden auf dessen einziges Interesse: Geld. Mit Hilfe eines komplizierten Plans in einem fingierten Wettbüro wollen sie Lonnegan abschröpfen. Aber noch immer sind Lonnegans Auftragskiller auf den Spuren von Johnny...

Der Clou

Henry Gondorff (Paul Newman) und Johnny Hooker (Robert Redford) führen ihre perfekte Inszenierung auf - Universal

Der Clou lebt von einigen überraschenden Wendungen, die intelligent konstruiert sind, wirkt aber ansonsten eher wie normales Starkino mit zugeschnittenen Rollen.

Die folgenden, tragikomischen Filme mit Situationsbezug werden im verwandten Genre der Tragikomödie aufgeführt: "Ist das Leben nicht schön?" (It’s a Wonderful Life, 1946), "Vergiss mein Nicht!" (Eternal Sunshine of the Spotless Mind, 2004), "Oben" (Up, 2009), "Die Reifeprüfung" (The Graduate, 1967).

Grotesken

Die Satire "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb, 1964) von Stanley Kubrick macht sich respektlos über den Kalten Krieg, die nukleare Abschreckung und die Entscheidungen der herrschenden Klasse im Angesicht des drohenden Weltunterganges lustig. Die Welt steht am Abgrund, als US-Air-Force-General Jack D. Ripper (Sterling Hayden) den ihm unterstellen B-52-Bombern einen Angriffsbefehl auf die Sowjetunion erteilt und mehr noch, als sich herausstellt, dass die Sowjets eine Weltvernichtungsmaschine konstruiert haben, die als Antwort auf einen atomaren Angriff alles Leben auf der Erde vernichten würde...

Dr. Strangelove, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben

Peter Sellers als Dr. Seltsam am Tisch der US-Amerikanischen Kommandozentrale - Sony Pictures

Peter Sellers glänzt in den Rollen als Captain Mandrake, Präsident Muffley und Doktor Seltsam - einem ehemaligen Nazi-Wissenschaftler. In teilweise absurden, improvisierten Szenen in der US-Kommandozentrale zündet Sellers ein Feuerwerk an skurrilen Einfällen, was den Film respektlos macht, aber auch frisch hält. Einige Filmplots stellen männliche Allmachtsphantasien herrlich überzogen dar: so sieht ein Plan zur Rettung der Nation vor, dass die männliche Führungselite in Begleitung von jeweils 10 Frauen pro Mann in einem Bunker einquartiert wird, was in der Kommandozentrale intensiver diskutiert wird, als jede weitere Evakuierungsmassnahme. Dr. Strangelove schwankt also geschickt zwischen Scherz und Entsetzen. Auch wenn der Film in wenigen Szenen zu sehr ins grotesk Komödiantische abgleitet, so gehört "Dr. Seltsam" trotzdem zu den besten Satirefilmen und Filmdramen.

Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" (Monty Python and the Holy Grail, 1975) ist eine grossartige Satire auf die Artus-Saga und das Verhältnis zwischen Briten und Franzosen, die alles und jeden aufs Korn nimmt. Die Komödie ist - wie von Monty Python gewohnt - sehr sarkastisch, zeigt überdrehte Personen in absurden Situationen und spottet über alles, was irgendjemandem heilig sein könnte - mit einem Humor, der oftmals zotig ist, dann aber auch schräg und in anderen Momenten zum Nachdenken anregt.

Ritter der Kokosnuss

In "Ritter der Kokosnuss" suchen König Arthur und seine Gefolgsleute nach dem heiligen Gral und müssen etliche Abenteuer bestehen - Sony Pictures Home Entertainment

Der Film überrascht durch seine kongenialen Einfälle, karikiert z.B. das Verhältnis der Bauern zu den Adelsleuten als auch den Begriff der Realität, indem oft zwischen Mittelalter und Gegenwart (also mitten in die Filmaufnahmen) geschaltet wird. Der Streifen erinnert an einigen Stellen eher an eine Sketchsammlung als eine fortlaufende Handlung.

In Monty Pythons "Das Leben des Brian" (Life of Brian, 1979) - einer sehr empfehlenswerten Bibelsatire und Parodie auf Bibelfilme - ist die Handlung im Gegensatz zu "Ritter der Kokosnuss" ein wenig stringenter. Der Streifen schildert das Leben des farblosen Brian Cohen (Graham Chapman), der unter der Fuchtel seiner herrischen Mutter Mandy (Terry Jones) zur Zeit von Jesus von Nazareth in Judäa aufwächst. Da er sich in die idealistische Freiheitskämpferin Judith verliebt, engagiert er sich in einer jüdischen Widerstandsbewegung gegen die römische Besatzung. Doch er wird von den Römern geschnappt.

Das Leben des Brian

Am Kreuz stimmen alle zum Tode Verurteilten in ein fröhliches Lied ein: "Always Look on the Bright Side of Life" - Sony Pictures

In einer aberwitzigen Szene - in der die Unberechenbarkeit der Pythons voll zum Tragen kommt - gelingt ihm unter Mithilfe von Ausserirdischen die Flucht. Das Raumschiff stürzt allerdings ab, und er kann sich auf dem Marktplatz von Jerusalem vor einem römischen Suchtrupp erfolgreich als Prophet tarnen. Inmitten anderer Propheten hören zuerst nur einige wenige Menschen seinem Gestammel zu. Doch die Zahl an Interessierten steigt rasant, und Brian kann bald eine grosse Gefolgschaft hinter sich scharen, die ihn schliesslich verfolgt. Zu seinem Unglück werden aufgrund der Menschenmassen auch die Römer wieder auf ihn aufmerksam...

"The Big Lebowski" von den Coen-Brüdern Joel und Ethan (Regie und Drehbuch) ist eine wunderbare Charakterstudie über Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges) - einen älteren Hippie, der sich selbst als "Dude" bezeichnet und der mittlerweile eine ruhige Kugel als Bowler schiebt. Aufgrund einer Verwechslung und vor allem der Ratschläge und cholerischen Ausbrüche seines mental durchgeknallten Freundes Walter Sobchack (John Goodman) gerät der Dude in völlig groteske Situationen in Zusammenhang mit einer folgenschweren Verwechslung.

The Big Lebowski

The "Dude" (Jeff Bridges) schaut sich zusammen mit Walter Sobchack (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi, im Hintergrund) das Spiel der Konkurrenten an - Gramercy Pictures

Eines Tages dringen Schläger in die Wohnung des Dudes ein, da sie ihn mit einem Millionär gleichen Namens verwechseln. Bunny Lebowski (Tara Reid) - dessen Frau - schuldet einem Gangster Geld und verursacht damit einige peinvolle Einschüchterungsversuche, die der Dude über sich ergehen lassen muss, bis die Schläger von ihm lassen. Da ein teurer Teppich ruiniert ist, kommt der Dude auf die Idee, von seinem reichen Namensvetter Schadensersatz zu verlangen. Doch Jeffrey Lebowski (David Huddleston) ist ein grantiger, im Rohlstuhl sitzender, alter Mann, der den Dude als faulen Penner bezeichnet. Nur durch eine List kann der Dude einen Teppich aus dem Anwesen ergaunern. Als wenig später Bunny entführt wird, lässt der Millionair den Dude auf das Anwesen bringen: er soll das Lösegeld von einer Million Dollar übergeben. Als der Dude gegenüber Walter vermutet, Bunny hätte die Entführung nur vorgetäuscht, übernimmt Walter die Kontrolle über die Geldübergabe. Statt des Geldes werfen sie eine Tasche mit Unterwäsche aus einem fahrenden Auto. Das Geld verbleibt im Fahrzeug, Walter und der Dude gehen kurz darauf bowlen. Bei der Rückkehr ist das Auto verschwunden, und nun müssen Walter und der Dude eine irrwitzige Jagd nach Auto, Geld und Bunny starten, da der Millionair Lebowski, seine Tochter Maude, die Entführer und weitere Gangster immensen Druck machen, die Sache zu einem Abschluss zu führen...

In Harold Ramis' Fantasykomödie "Und täglich grüsst das Murmeltier" (Groundhog Day, 1993) erlebt der grantige TV-Wetterexperte Phil Connors (Bill Murray) bei einem Reportage-Einsatz einen wiederkehrenden Albtraum in Form einer Zeitschleife, die nur er wahrnehmen kann. Thema des Berichts ist der "Tag des Murmeltieres" am 2. Februar - eine traditionelle Wettervorhersage, bei der anhand des Schattenwurfs eines Murmeltiers bestimmt wird, wie lange der Winter noch dauert. Als die Reportage abgedreht ist, verhindert ein Blizzard die Rückkehr und das Team übernachtet ein weiteres Mal im Hotel. Morgens um 06:00 wird Phil durch Sonny und Chers "I got you Babe" geweckt. Nun wiederholt sich der 2. Februar einige Male, was Phil zuerst irritiert, dann nervt und schliesslich mit Selbstmordversuchen zu beenden versucht. Doch Phil wird jedes Mal von Neuem um 06:00 durch den bekannten Song geweckt. Als sich Phil seiner Arbeitskollegin Rita (Andy MacDowell) anvertraut, macht sie ihm den Vorschlag, er solle dies als Chance sehen, sein Leben zu verbessern. Davon inspiriert, entscheidet sich Phil, Mitmenschen zu helfen und Rita besser kennenzulernen...

Und täglich grüsst das Murmeltier

Phil (Bill Murray) im Gespräch mit Rita (Andy MacDowell) - Columbia Pictures

"Und täglich grüsst das Murmeltier" ist eine sehr groteske, erfrischende Komödie, die alle Facetten der menschlichen Gefühle abbildet: Phil, der zu Beginn den wiederkehrenden Tag "durchleidet", wandelt sich vom gehässigen zum zynischen Zeitgenossen, der einen diabolischen Spass entwickelt, anderen wehzutun, um dann sichtlich an der Situation zu verzweifeln. Erst mit der aufkeimenden Liebe zu Rita entdeckt er seine hilfsbereite Ader und findet wieder einen Sinn. In teilweise sehr absurd wirkenden Szenen tragen die Schauspieler durch ihre Spielfreude massgeblich zum Erfolg des Streifens bei.

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