Die besten Actionfilme aller Zeiten

Wenn Sylvester Stallone im Tunnel festsitzt, Bruce Willis Terroristen bekämpft oder Arnold Schwarzenegger Krokodile zu Handtaschen verarbeiten will, dann ist Action angesagt!

Explosionen, Verfolgungsjagden, wagemutige Stunts - Action pur!

Actionfilme - als temporeiches Genre - bieten oftmals wagemutige Verfolgungsszenen, schnelle Kampfchoreografien und Explosionen am laufenden Band. Eine Handlung oder eine Persönlichkeitsentwicklung der Helden wird gegenüber der Action oftmals zurückgenommen, weshalb die meisten Filme des Genre als Popcorn-Kino gelten. Die besten Actionfilme - und es gibt sogar einige gute Comicverfilmungen - sind unten aufgeführt, einige actionreiche Filme können aber z.B. auch in den Kategorien Agentenfilme oder Thriller gefunden werden.

Einzelkämpfer-Action

Schauspieler wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone oder Bruce Willis wurden lange Zeit für typische Actionstreifen besetzt, galten sie nicht als Charaktermimen. Schwarzeneggers bekanntere und bessere Actionfilme wie "Total Recall", "True Lies" und "Predator" taugen immer für einen netten Filmabend und im Abschnitt "Science-Fiction-Action" wird auf das eigentliche Highlight "Terminator 2" hingewiesen. Stallones reine Actionausflüge neben dem Sportlerdrama "Rocky" sind eher dürftig - mit Ausnahme des ersten "Rambo"-Films. Stilbildend war allerdings Bruce Willis in "Stirb langsam" (Die Hard, 1988). In diesem Streifen tritt der Filmheld als Einzelkämpfer in Erscheinung, oftmals über weite Strecken alleingelassen im Kampf gegen dutzende Terroristen oder Schwerverbrecher. Doch er begegnet  der Gefahr (fast) ohne Zögern mit einem ironischen Spruch auf den Lippen. Ähnliche Plots wurden in anderen Filmen verwendet, erreichten aber nie dieselbe Qualität wie das Original.

In "Stirb langsam" reist Bruce Willies in der Rolle als einfacher Polizist John McLane von New York nach Los Angeles, um Weihnachten mit seiner Familie und der Exfrau zu feiern. Treffpunkt ist die Weihnachtsfeier des Arbeitgebers von Holly Gennaro McClane im Nakatomi Plaza, einem Bürohochhaus, das sich noch im Bau befindet. Inmitten der Feiergäste halten sich auch Terroristen auf (in der Deutschen Synchro eine Gruppe von europäischen Kriminellen), deren Plan es ist, den Firmentresor zu plündern. Als John McLane sich frisch macht, nehmen die Terroristen die Feiernden als Geiseln und kappen alle Telefonverbindungen nach draussen. McLane kann sich verstecken und beginnt nun als Einzelkämpfer, einen Terroristen nach dem anderen kaltzustellen. Es gelingt ihm auch, ein Signal an die Polizei abzusetzen, die ihrerseits das FBI einschaltet. Die Bundesbehörde operiert nun nach ihrem Handbuch für solche Vorkommnisse - sehr zur Freude der Terroristen, die z.B. nur darauf gewartet haben, dass der Strom zum Gebäude gekappt wird, um den Tresor öffnen zu können. McLane muss also weiterhin den Einzelkämpfer mimen...

John McLane robbt durch das Lüftungssystem des Hochhauses - Twentieth Century Fox

Auch die Sequels "Stirb langsam II" (Die Hard 2, 1990), "Stirb langsam: jetzt erst recht" (Die Hard with a Vengeance) und "Stirb langsam 4.0" (Live Free or Die Hard / Die Hard 4.0, 2007) bieten ordentlich Action.

Rache-Action

Rache ist Bestandteil klassischer Plots des Action-Kinos. Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Vol. 1, 2003, Vol. 2, 2004) bringt das Thema in einer blutrünstigen Verfilmung auf den Punkt. Kampfbetont rächt sich Uma Thurman als "Braut" (Kampfname: Kiddo) für den entsetzlichen Mordversuch durch Bill (David Carradine) und seine Schergen während Ihrer Hochzeit, den sie schwerverletzt überlebt hat. Noch im Krankenhaus und im Koma entrinnt sie eher zufällig einem weiteren Anschlag. Um die Tortur für die Zuschauer noch zu steigern, lässt Tarantino seine Kämpferin völlig verkrampft mitten in einem Missbrauch erwachen. Nun rächt sie sich zuerst am Krankenpfleger, der zahlenden Kunden den Eintritt zum Zimmer ermöglicht hat, stiehlt dessen Fahrzeug, schreibt an einer Todesliste und beginnt mit ersten Trainings, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden...

Kill Bill

Die Braut setzt ihr Katana gegen dutzende, anrückende Kämpfer ein - Miramax Films

Tarantino hat diese relativ einfache Grundstory hervorragend in kleinen Episoden umgesetzt. Puzzle-Steine, aus denen sich ergeben, weshalb die Braut Rache nehmen will, wie sie zum Oberschurken Bill steht und warum sie so dermassen zäh geworden ist. Denn selbst die Kampfausbildung wird in "Kill Bill - Volume 2" leidenschaftlich und völlig überzeichnet dargestellt. Im Prinzip zitiert Tarantino etliche Eastern, und verschafft einigen Darstellern des "Martial-Arts"-Kinos in seinem Film Kurzauftritte. Doch in Perfektion, Timing und auch Detailversessenheit ist "Kill Bill" seinen fernöstlichen Vorbildern weit überlegen. So wechselt eine ruhige Sequenz, in der man z.B. erfährt, mit welcher Sorgfalt Waffenschmied Hattori Hanzo seine Katanas (japanische Schwerter) fertigt, mit blutrünstigen, schnellen Kampfszenen ab, in denen mit eben diesem Schwert unzählige Menschen verstümmelt werden. Auch die Filmmusik - wie in vielen anderen Tarantino-Werken - ist hier besonders überraschend aber trotzdem stimmig eingesetzt. Der Rapper RZA (ein Mitglied des Wu-Tang-Clans) hat eine Soundcollage erschaffen, die einige Ohrwürmer enthält. Somit wird Kill Bill optisch, kampftechnisch (wenngleich an einigen Stellen unglaubwürdig) und musikalisch zu einem Meisterwerk. Es ist aber zu betonen, dass der Film auf der einen Seite blutrünstig ist, auf der anderen Seite die Gewalt durch die relativ übertriebene Darstellung ironisch gebrochen wird. "Kill Bill" ist eine Reminiszenz an Martial-Arts-Filmen und erscheint an einigen Szenen sogar unglaubwürdiger als die Kampfkunstfilm-Vorbilder, trotzdem gelingt es Tarantino durch die Darstellung der Leidensgeschichte von Kiddo, den Zuschauer bis zum Ende mit ihr mitfiebern zu lassen. 

Comicverfilmungen

Wohingegen John McLane ein Actionheld mit Ecken und Kanten ist, so bieten die typischen Superhelden früher US-amerikanischer Comicverfilmungen wie z.B. "Superman" wenig Angriffsfläche. In "Spiderman" (mit Tobey Maguire in der Titelrolle unter Regie von Sam Raimi) ist am ehesten noch eine Charakterentwicklung spürbar, sowie wie der Held zwischen seinen Aufgaben und seinen Emotionen hin und hergerissen wird. Die ersten beiden Filme überzeugen durch einen ganz besonderen Charme, doch Spiderman 3 verkommt zu einem reinen Effektspektakel mit deutlich zu vielen Gegnern. Ein Quantensprung bei Comicverfilmungen ist allerdings Christopher Nolan mit seinen Batman-Versionen gelungen: "Batman Beginns" (2005) und "The Dark Knight" (2008) überzeugen durch die düstere Atmosphäre des Molochs Gotham City, aber insbesondere durch die detaillierte Persönlichkeitsstudie des oftmals tragischen Helden Batman alias Bruce Wayne - überzeugend dargestellt von Christian Bale. Auch wenn Batmans Ursprung oft erzählt wurde, so erreicht Nolans Version von 2005 eine noch detaillierte Darstellung der Persönlichkeit. Butler Alfred (Michael Caine) wird deutlich mehr Gewicht zugeschrieben: er ist sowohl Ratgeber und Freund, findet aber auch mahnende Worte. Lucius Fox (Morgan Freeman), übernimmt als Entwickler von Batmans technischen Gadgets sozusagen die Rolle von Q aus den Bond-Filmen. Christopher Nolan hat also ein Universum von Figuren erschaffen, in denen Batman nicht mehr eindimensional erscheint: er kann sich z.B. im Gespräch mit Alfred selbst hinterfragen. Die Handlung ist trotzdem aberwitzig schnell, die Bedrohungen und Gegner sind deutlich weiter entwickelt als in den früheren Batman-Filmen.

Bruce Wayne lässt sich von Lucius Fox die neueste Technik zur Verbrechensbekämpfung erklären - Warner Brothers Pictures

Das Puzzle aus unterschiedlichen Charakteren fügt sich schliesslich in "The Dark Knight" zusammen. Im Angesicht des moralisch völlig skrupellosen Gegners "Joker" (Heath Ledger in seiner grandiosen letzten Rolle), beginnt auch Batman an sich und seinem Auftrag zu zweifeln und die Beherrschung zu verlieren. Die Unmenschlichkeit des Psychopaten Jokers spiegelt sich insbesondere in den Prüfungen wieder, mit denen er Batman auf die Probe stellt und an denen Batman immer nur scheitern kann: Denn die Wahlmöglichkeiten des Jokers bedeuten, dass von zwei möglichen Opfern lediglich ein Mensch gerettet werden kann. Eine dieser Entscheidungen von Batman führt dazu, dass der Politiker Harvey Dent (Aaron Eckhart) schwerverletzt und entstellt überlebt, aber dessen Freundin am anderen Ende der Stadt von Jokers Bande umgebracht wird. Dent wird den Verlust nicht verkraften und zu einem weiteren Problem werden, um das sich Batman kümmern muss...

The Dark Knight

Der Joker stellt sich der versammelten Mafia vor und offeriert Batmans Tod - gegen 50% ihres gesamten Vermögens - Warner Brothers Pictures

"Sin City" (2005) basiert auf den düsteren Geschichten von Frank Miller, der im Film auf Einladung des eigentlichen Regisseurs Robert Rodriguez, einen Teil der Regieverantwortung übernahm. Der Streifen zeigt eine pervertierte Gesellschaft einer Stadt in schwarzweissen Bildern, in denen einige Details wie Augen oder Fahrzeuge in Farbe erscheinen. Die Bildsprache ist zwar relativ ungewohnt, aber lehnt sich an diejenige von Fank Millers Comic an. Die Streifen, der dadurch selbst wie ein Comic wirkt, macht die Brutalität deutlicher und auch ein wenig surrealer, womit sie sogar erträglicher wird. "Sin City" ist aber auf keinen Fall etwas für schwache Nerven, sondern zeigt in vier Episoden, die jeweils in Bruchstücken über den ganzen Film verteilt sind, sehr explizit Korruption, Gewalt und Morde in einer Stadt ohne Recht und Ordnung, in der solche Delikte schon zum Normalfall geworden sind.

Polizist Hartigan (Bruce Willis) will ein Mädchen schützen und den pädophilen Sohn von Senator Roark verhaften, handelt sich aber dadurch eine Menge Ärger ein - Dimension Films

Die Protagonisten der jeweiligen Episoden kommentieren ihre Eindrücke und Entscheidungen zudem aus dem Off, oftmals auch während sekundenlangen Schwarzblenden - eine Art filmische Gedankenblase. Diese Gedanken erlauben eine gewisse Anteilnahme mit den Helden und Antihelden, auch wenn die ganze Härte der Umgebung natürlich auch auf Sprache und Gefühlswelt abfärbt. Selbst wenn die Handlung in Rodriquez Film fragwürdig ist, so können die Bilder trotzdem eine gewisse Faszination erzeugen. Auf jeden Fall irritiert Rodriquez Werk an einigen Stellen und regt zum Nachdenken über moralische Werte an.

Schatzjägerfilme

Steven Spielberg und George Lucas haben 1981 mit dem Schatzjäger "Indiana Jones" (auch bekannt als Geschichtsprofessor Dr. Henry Jones Jr.) einen wagemutigen Helden für actiongeladene Geschichten erschaffen, der es im Wettlauf mit Nazis und anderen Schergen um verborgene Reichtümer, richtig krachen lässt. Die Schätze sind mit einigen Fallen gesichert, was dem Helden schnelle Entscheidungen abnötigt und den einen oder anderen Gegner ausschaltet, der nicht so clever agiert.

Jäger des verlorenen Schatzes

Harrison Ford als Indiana Jones in "Jäger des verlorenen Schatzes" - Lucasfilm Ltd. & TM.

In den bislang vier Filmen, von denen die ersten drei wirklich sehenswert sind, gelingt es Steven Spielberg, die Geschichten um Indiana Jones temporeich und actiongeladen auf die Leinwand zu bringen. In "Jäger des verlorenen Schatzes" (Raiders of the Lost Ark, 1981) sucht Indy die Bundeslade,  in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" (Indiana Jones and the Temple of Doom, 1994) erlebt Indiana Jones Abenteuer in Indien und in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (Indiana Jones and the Last Crusade, 1991) machen sich Prof. Henry Jones (Sean Connery) und sein Sohn auf die Suche nach dem heiligen Gral. Wenngleich in den besseren Indiana Jones-Filmen auch gruslige Elemente oder übersinnliche Fähigkeiten vorkommen, so hat man mit einer Ausweitung auf ausserirdische Besucher den Bogen in Teil IV überspannt - "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008) erreicht den Charme der ersten drei Teile nicht mehr. Für Fans von Harrison Ford in Actionfilmen bietet sich daher eher die Star Wars-Trilogie aus den Jahren 1977-1983 (nach neuer Nummerierung Teil 4-6) zur Erweiterung der heimischen Film-Sammlung an (siehe Science-Fiction-Action).

Kriegsaction

Kriegsfilme mit nervenaufreibenden Kampfszenen - die zudem relativ ungeschönt sind - entstanden zuerst, um den Vietnamkrieg zu verarbeiten. Erst Jahrzehnte nach Vietnamfilmen wie "Platoon", "Apokalypse Now" oder "Full Metal Jacket", wagten sich Regisseure wie Steven Spielberg (Der Soldat James Ryan) oder Clint Eastwood (Letters from Iwo Jiwa) auch an eine realistische Darstellung des zweiten Weltkriegs. Drei der besseren, nervenaufreibenden Kriesgsfilme werden hier besprochen, Filme in denen historische Gegebenheiten oder die menschliche Tragödie im Vordergrund stehen, finden sich auch in der Kategorie Kriesgfilme.

In "Der Soldat James Ryan" (Saving Private Ryan, 1998) gelingt es Steven Spielberg, die Schrecken des Krieges überzeugend darzustellen. Inmitten der Landung in der Normandie ist eine Gruppe von Soldaten unter Führung von Capt. John H. Miller (Tom Hanks) unterwegs, um hinter die Feindeslinien zu gelangen, den Soldaten James Ryan zu suchen und heimzubringen. Ein Todeskommando, doch will die Armeeführung unbedingt vermeiden, dass alle vier Söhne der Familie Ryan kurz nacheinander im Krieg getötet werden, um das Leid der Angehörigen nicht ins Unermessliche zu steigern. Nach etlichen Feindkontakten findet die Gruppe weit im Hinterland Private Ryan; doch der will zuerst seinen Auftrag erfüllen...

Der Soldat James Ryan

Steven Spielberg liefert zu Beginn des Films in einigen Szenen eine sehr grausame Darstellung des Blutvergiessens während des D-Day - Amblin Entertainment

Auch Wolfgang Peterson zeigt ein realistisches Bild des zweiten Weltkriegs - allerdings auf Seiten der Nazis und in der klaustrophobischen Enge eines U-Bootes. In "Das Boot" (1981) treffen ältere Matrosen, die ein genaueres Bild vom Krieg gewonnen haben, auf junge Soldaten, die durch die Propaganda des Regimes sehr beeinflusst sind. Darunter auch der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner (Herbert Grönemeyer), der seine romantischen Vorstellungen aber bald revidieren muss. Capt.-Lt. Henrich Lehmann-Willenbrocks Auftrag - als "Kommandant" (Jürgen Prochnow) - führt ihn von La Rochelle in den Atlantik, um dort feindliche Schiffe abzufangen. Alsbald gerät die U96 in einen Sturm, der eine genaue Positionsbestimmung verunmöglicht. Tage später wird das U-Boot mit Wasserbomben attackiert, kann aber auch selbst Torpedos abfeuern. Die ganze Härte des Kriegseinsatzes zeigt sich, als nach einem erfolgreichen Angriff, schiffsbrüchige, feindliche Matrosen, die sich von einem brennenden Boot retten, nicht aufgelesen werden. Kurze Zeit später erfolgt eine Befehlsübermittlung: Die U96 soll im spanischen Vigo Vorräte ergänzen und dann in den Hafen von La Spezia in Italien fahren. Der Kommandant ahnt, dass dies ein Himmelsfahrtskommando wird, da die Meerenge von Gibraltar praktisch nahtlos von den Briten überwacht wird. Die Passage wird tatsächlich zum gefährlichen Geduldsspiel...

Die U96 kommt in schweres Fahrwasser

Wolfgang Peterson kann die Enge und die dadurch entstehenden psychologischen Spannungen gut vermitteln. Auch die Emotionen während eines Angriffes und der Stress des Kommandanten werden detailliert abgebildet, was "Das Boot" überaus sehenswert macht.

Einer der schonungslosesten Filme über den Vietnamkrieg ist "Platoon" (1986) von Oliver Stone. Der Regisseur zeigt die Machtlosigkeit der US-Soldaten im Dschungel, aber auch das Zerwürfnis innerhalb der dort stationierten Truppen. Chris Taylor (Charlie Sheen), der sich freiwillig zum Vietnamkrieg gemeldet hat, muss sich aufgrund seiner kleinen Zahl an Diensttage als Teil des Kanonfutters zuvorderst einreihen. Als es bei der Vorbereitung eines Hinterhalts für den Vietcong zu einem Überfall kommt, schläft der eigentliche Wachhabende, die Schuld wird trotzdem Taylor zugeschoben. Nun zum Sündenbock abgestempelt und zu Drecksarbeiten im Basiscamp verdonnert, freundet sich Taylor mit afroamerikanischen Kameraden an und wird schliesslich bei den Potheads aufgenommen - einer Gruppe von Soldaten um Sgt. Elias Grodin (Willem Dafoe), die den Krieg nur noch mit Hilfe von Drogen erträgt. Ihnen gegenüber stehen die skrupellosen und brutalen Säufer um Sgt. Robert E. Lee Barnes (Tom Berenger). Die Spannungen zwischen den beiden Gruppen nehmen zu, als es bei einer Säuberung eines unterirdischen Tunnelsystems durch Elias zu tödlichen Zwischenfällen mit Sprengfallen kommt und zudem ein Soldat entführt wird. Barnes stürmt mit den restlichen Soldaten in ein nahe gelegenes Dorf, wo die Situation eskaliert und es zu Gräueltaten an den vietnamesischen Dorfbewohnern kommt...

Staff Sergeant Barnes (Tom Berenger) Wut entlädt sich an hilflosen Dorfbewohnern - Metro Goldwyn Mayer

Das Bild, das der Vietnam-Veterane Oliver Stone vermutlich anhand eigener Erfahrungen vom Vietnamkrieg zeichnet, kommt der Realität deutlich näher als jedes Heldendrama. Zumindest erklärt der Film, woran der Vietnam-Krieg gescheitert ist: z.B. am Dschungel, der jeder Hightech überlegen war, den Wahnvorstellungen in den Köpfen - ausgelöst durch Drogen und Alkohol und die ständige Bedrohung durch einen unsichtbaren Feind.

Historienaction

In "Braveheart" (1995) - einem eindrücklichen Schlachtenepos - lässt sich der Schotte William Wallace (gespielt von Mel Gibson, der gleichzeitig Regie führt) die Unterdrückungen durch die Briten nicht mehr gefallen. Als Schottland durch eine List an die Briten fiel und in den anschliessenden Auseinandersetzungen Williams Bruder und dessen Vater sterben, wird der achtjährige Junge William von seinem Onkel in Irland aufgenommen. Als junger Mann sehnt er sich nach seiner Jugendliebe Murron und kommt in das besetzte Schottland zurück, in dem nun die Briten allumfassende Rechte besitzen. Er heiratet Murron heimlich, damit der britische Sheriff sein Recht der ersten Nacht nicht ausüben kann. Als Murron später von einem britischen Soldaten fast vergewaltigt wird, fängt Wallace einen Kampf mit den Truppen an und kann sich der Verhaftung entziehen. Murron hingegen wird zurückgehalten und später vom Sheriff hingerichtet. Nun schart William seinen Clan hinter sich und kehrt in die Garnisons-Stadt ein, um den Sheriff zu töten. Weitere Freiwillige schliessen sich ihm an und es kommt zu Kämpfen mit Garnisonen in der Umgebung. Schliesslich ist die Schlacht mit England nicht mehr zu vermeiden. Nach dem Sieg gelingt es Wallace aber nicht, die schottischen Edelleute hinter sich zu versammeln. Durch die Einnahme der englischen Stadt York provoziert er zudem den englischen König Eduard I. Nun kommt es zu Verstrickungen mit den legitimen Thronerben von Schottland und der Schwiegertochter und Unterhändlerin des englischen Königs Prinzessin Isabelle (Sophie Marceau), die sich schliesslich in William verliebt. Trotz Verhandlungen schickt König Eduard I. aber im Geheimen bereits Truppen, um William zu umzingeln...

Braveheart

William Wallace inmitten seiner Verbündeten - Paramount Pictures

In Ridley Scotts monumentalem Meisterwerk "Gladiator" von 2000, erlebt der römische Feldherr Maximus Decimus Meridius (brillant gespielt von Russell Crowe) den Verlust seiner Familie - die aufgrund eines politischen Komplottes umgebracht wird - den er selbst nur schwer verletzt überlebt. Er wird von Händlern nach Afrika verschleppt und dort als Sklave an eine Gladiatorenschule verkauft. Fortan ist er als Gladiator ähnlich erfolgreich wie als Feldherr und sein Aufstieg in den Arenen des römischen Reiches bringt ihn schliesslich nach Rom, wo er seiner Rache Nahe ist: Denn vor Jahren wollte Kaiser Mark Aurel die Demokratie im Reich einführen und damit die Herrschaft der Kaiser beenden. Gestoppt wurde er vom eigenen Sohn: Commodus hat sich gegen ihn verschwört, tötete den eigenen Vater und liess seine Gefolgsleute umbringen.

Gladiator

In Gladiator gerät Maximus (Russel Crow) in lebensgefährliche Kämpfe - Dreamworks LLC & Universal Pictures

Maximus erlebt also ein Wechselbad der Gefühle: seine Erfolge als Feldherr zählen plötzlich nichts mehr, er wird verraten, führt das Leben eines Sklaven und muss dutzende Gefahren überstehen. Mit neuen Kameraden unter den Gladiatoren steigt er langsam zum Liebling der Massen empor, bis er Commodus gegenübersteht. Der Plot erscheint daher zeitlos, folgt aber lediglich lose wahren, geschichtlichen Gegebenheiten. Auch wenn der Film etliche historische Fehler enthält (Mark Aurel starb in Wirklichkeit an der Pest) und z.B. sogar Regeln des Gladiatorenkampfs ignoriert, so vermag er trotzdem dramaturgisch zu überzeugen - und Actionfans kommen auf Ihre Kosten, da Kampfszenen überaus detailliert und temporeich dargestellt werden.

Science-Fiction-Action

Auch in Science Fiction oder Fantasy-Filmen können actionreiche Szenen enthalten sein: mit Kämpfen von "Mann gegen Mann",  "Mann gegen Ungeheuer" und "Mann gegen Maschine", hin zu Schlachten mit grossen Raumschiffen oder analog von Verfolgungsjagden zu Pferd bis hin zur irren Durchquerung eins Asteroidenfelds in einem Raumschiff. Man muss also bereit sein, sich auf das Ungewöhnliche einzulassen.

In Christopher Nolans visionärem Science-Fiction-Film "Inception" (2010) gelingt es Dominick Cobb (Leonardo DiCaprio) sich in die Träume anderer einzuklinken. Lediglich Cobb als "Extraktor" (der den Traum extrahiert und in einer Art Tagtraum wahrnimmt), ist sich dessen bewusst und kann Träume gezielt manipulieren. Einer seiner Kunden bietet Cobb den Auftrag an, sich in die Traumwelt des Erben eines Konkurrenzunternehmens einzuklinken und denjenigen dazu zu bringen, sein geerbtes Unternehmen aufzuteilen. Diese gezielte Manipulation wird als "Inception" bezeichnet. Im Gegenzug verspricht man Cobb, würde man ihm bei den Mordvorwürfen beistehen, die gegen ihn in den USA im Zusammenhang mit dem Tod seine Frau erhoben werden. Cobb stellt sich schliesslich ein Team zusammen, um gemeinsam in die Traumwelten des Opfers einzudringen.

Inception

Cobb befindet sich in einer surrealen Traumwelt - Warner Brothers

"Inception" bietet eine ausgeklügelte, teilweise verwirrende und ineinander verschachtelte Konzeption aus unterschiedlichen Traumwelten ("Traum im Traum"), in denen alles möglich ist, in der die Protagonisten aber auch immer gefährdet sind, beim Tod in tieferen Traumebenen nicht mehr aufzuwachen.

Die Star-Wars Trilogie ("Krieg der Sterne" [1977], "Das Imperium schlägt zurück" [1980], "Rückkehr der Jedi-Ritter" [1983]) erzählt von den Abenteuern von Luke Skywalker, der vom Bauernsohn zur Hoffnung der Rebellion im Kampf gegen das Imperium reift, von Prinzessin Leia, die Verantwortung innerhalb der Rebellion übernehmen muss, und von Han Solo, der vom verantwortungslosen Weltraumpiraten zum zuverlässigen Teilnehmer der Rebellion und zu einem echten Freund von Luke und Leia wird. Der Ideenreichtum und die Qualität der Tricks macht "Star Wars" zu einem grossen Filmvergnügen für alle, die an perfekt choreographierten Laserschwertkämpfen, riesigen, monsterartigen Lebewesen und unglaublich schnellen Raumschiffmanövern inmitten von Asteroiden interessiert sind.

Rückkehr der Jedi-Ritter

Angriff der Rebellen auf den sich im Bau befindlichen Todesstern  -  20th Century Fox

Eine weitere, etwas düstere und temporeiche Filmreihe, in der ein Android durch die Zeit reist, um die Zukunft der Menschheit zu verändern, ist "Terminator" (The Terminator) und "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" (Terminator 2 - Judgement Day) - beides absolut empfehlenswerte Filme, wobei der zweite, besonders actionreiche Streifen tricktechnisch vollends überzeugen kann. Auch "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" (Terminator 3 - Rise of the Machines) ist gerade noch sehenswert. Ausgangslage für "Terminator" ist die Übernahme der Macht auf der Erde durch das Computernetz "Skynet" im Jahr 2029. Ein Atomschlag tötet die meisten Menschen, nur wenige organisieren sich im Widerstand unter John Connor als ihrem Führer. Sie kämpfen z.B. gegen Kampfroboter, sogenannte "Terminatoren", da Skynet alle Menschen auslöschen will. Die Maschinen nutzen schliesslich ein Zeitreiseportal, um einen Terminator T-800 - gespielt von Arnold Schwarzenegger - ins Jahr 1984 zu schicken, der Sarah Connor - Johns spätere Mutter - töten und damit verhindern soll, dass John geboren wird. Doch auch dem Widerstand gelingt es, mit Kyle Reese einen Kämpfer in die Vergangenheit zu schicken. Ein verrücktes, atemberaubendes und actionreiches Wettrennen um den zukünftigen Sieg zieht sich nun durch alle Filme der Reihe...

Der Terminator

Arnold Schwarzenegger als bereits angekratzter Terminator im ersten Film der Reihe - Metro-Goldwyn-Mayer

Die Wachowski-Brüder entwickelten Ideen aus "Terminator" weiter zu einer völlig neuen Welt in ihrem Werk "Matrix" (2003), in dem Menschen sich im Kampf gegen intelligente, solarbetriebene Maschinen entschieden, die Erde völlig einzudunkeln. Die Maschinen allerdings entdecken, dass sie Menschen als Energiequelle nutzen können und halten fortan tausende Individuen in riesigen Zuchtfarmen. Für optimale Bedingungen sorgt eine Simulation, in der sich die verkabelten Menschen wie in einer realen Umgebung fühlen: die Matrix. Doch der Programmierer Thomas A. Anderson kann aus dieser Umgebung heraus den real existierenden Widerstand kontaktieren und wird schliesslich aus der Matrix befreit. Ein intensives Trainingsprogramm macht aus Anderson den Kämpfer mit dem Namen "Neo", der sich in die Matrix einloggen kann und dort gegen Agenten kämpft, aber auch die Ordnung der Matrix ergründet. Neo lernt schliesslich, die Matrix zu beeinflussen und wird dadurch innerhalb der Matrix unverwundbar. Die Matrix als "virtuelle Umgebung" offeriert auf jeden Fall einige interessante Möglichkeiten, Action aus unterschiedlichen Blickwinkeln völlig neu darzustellen. Und die Wachowski-Brüder gehen mit einigen Actionsequenzen bis ans tricktechnische Maximum.

Matrix

Neo wird innerhalb der Matrix in einen Kampf verwickelt - Warner Brothers

Weitere gute Filme aus dem Genre der Science Fiction mit einem Fokus auf Action sind z.B. "Aliens", "Disctrict 9" und "V wie Vendetta". Informationen zu diesen Streifen sind in der Kategorie Science Fiction zu finden!

Fantasyaction

Eines der grössten actiongeladenen Abenteuer des Fantasy-Genre erleben kleinwüchsige Hobbits in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie basierend auf der Buchreihe von J. R. R. Tolkien. Dieser epische Filmreigen, dessen grossartige Bilder in unberührten Landschaften Neuseelands eingefangen wurde, zeigt die Abenteuer einer kleinen Gruppe von Hobbits, deren Aufgabe es wird, einen magischen Ring in den Feuern des Schicksalsbergs zu vernichten. Auf dem Weg dorthin erleben die Hobbits unglaubliche Gefahren, treffen neue Verbündete und Feinde, was von Peter Jackson bildgewaltig inszeniert wird.

Der Herr der Ringe

Aragorn (Viggo Mortensen) führt seine Truppen in "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" in die Schlacht um Minas Tirith - New Line Cinema

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