Die besten Abenteuerfilme aller Zeiten

Vom historischen Abenteuer bis hin zur Schatzjägergeschichte mit grossen Spassfaktor - hier werden temporeiche, spannende Filme besprochen.

Spannende Abenteuer in fremder Umgebung

Abenteuerfilme nehmen die Zuschauer mit auf Reisen in fremde Länder, zu einzigartige Kulturen oder - allgemeiner - in eine fremde Umgebung, in denen Filmhelden als Einzelpersonen oder in Gruppen unbekannten Gefahren mutig gegenübertreten. Die Filme bestechen durch temporeiche Sequenzen in Abwechslung mit romantischen Momenten, aber können durchaus auch Gruseleinlagen enthalten. Es ist die Mischung aus interessanten Geschichten, überraschenden Elementen, Action und oftmals Humor, die einen guten Abenteuerfilm ausmacht - eher weniger ein spezifischer Themenbezug - so dass in der Kategorie vom Wüstenabenteuer, Schatzgräberfilm bis zum Science-Fiction-Abenteuer alle möglichen weiteren Genre angeschnitten werden. Wenn Explosionen, Verfolgungsjagden und Kampfszenen im Fokus stehen, dann kann ein spezifischer Film auch in der Kategorie "Action" aufgeführt sein.

Historienabenteuer

Ein Historienabenteuer in einer geschichtlich interessanten Rahmenhandlung muss selbst historisch nicht korrekt sein, sein Anspruch liegt eher in der Unterhaltung der Zuschauer, als in ihrer Weiterbildung bzw. der korrekten Darstellung von Fakten. Einige der Filme (z.B. "Inglourious Basterds" im Abschnitt Kriegsabenteuer) sind rein fiktiv, wohingegen Streifen wie "Lawrence von Arabien" (Lawrence of Arabia) in grossen Teilen geschichtlich korrekt sind.

Im grossen Wüstenepos von David Lean aus dem Jahr 1962 macht sich der britische Offizier Thomas Edward Lawrence (Peter O’Toole) im ersten Weltkrieg von Kairo aus auf den Weg auf die arabische Halbinsel, um herauszufinden, wie gross die Separationsbestrebungen einiger arabischer Stämme vom osmanischen Reich wirklich sind. Auf seiner Reise lernt er sowohl die Wüste, die arabische Kultur als auch die islamische Rechtssprechung in eigener Erfahrung kennen. Lawrence trifft auf die unorganisierte Armee Faisals und bringt den Männern moderne Guerillataktiken bei, die sie erfolgreich anwenden. Mit einer kleinen Armee und neuen, lokalen Verbündeten gelingt es ihm, die Hafenstadt Akaba einzunehmen. Lawrence fühlt sich nun wegen seiner Erfolge unverwundbar, doch auf einer Expedition in Syrien gerät er in türkische Gefangenschaft und wird gefoltert. Die Demütigung zehrt an ihm, er kehrt nach Kairo zurück und bittet um seine Entlassung aus dem britischen Dienst. Dort vernimmt er aber auch, dass Franzosen und Briten den Arabern keine Selbständigkeit zubilligen, kehrt auf die arabische Halbinsel zurück und steigt schliesslich zum Anführer auf, der die teilweise verfeindeten Beduinenstämme vereinen kann, um Damaskus noch vor den Briten zu erobern.

Lawrence von Arabien

Im grandiosen Wüstenepos "Lawrence of Arabia" spielt Omar Sharif einen Beduinenführer, der zum Vertrauten von Lawrence von Arabien wird.

Lawrence übersteht eine Vielzahl von Abenteuern, was ihn aber eher zu einem tragischem Helden der Geschichte macht, da er sich bis zu seiner Gefangennahme durch die Türken selbst überschätzt. Auch seine Kraft, die Araber zu vereinen, reicht schliesslich nicht aus und er zieht als gebrochener Mann zurück nach England. David Lean gelingt es in diesem Streifen wunderbar, die Charakterzüge seines Helden herauszuarbeiten - auch negative Aspekte kommen dabei nicht zu kurz.

Akira Kurosawas Streifen "Die Sieben Samurai" (Shichinin no samurai, 1954) ist einer der besten Filme des japanischen Kinos, dessen Plot oft kopiert wurde - z.B. in "Die glorreichen Sieben". Das epische Meisterwerk (Laufzeit 207 Minuten in Japanisch mit deutschsprachigen Untertiteln, bzw. 155 Minuten in der Synchronfassung) überzeugt durch intensive Kampfszenen, die gleichzeitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln gefilmt wurden. Auch die Handlung, die im Japan des Jahres 1587 spielt, ist für Zuschauer, die an fernöstlicher Kultur und Geschichte interessiert sind, von grossem Interesse. Der Film porträtiert das damalige Verhältnis der herrschenden Kriegerkaste und den einfachen Bauern detailliert: Ein Bauerndorf, das unter Überfällen von Banditen leidet, entschliesst sich, Samurai anzuheuern, um die Übergriffe zu beenden. Das Ansehen der Samurai ist aber nicht allzu gross, so befürchten etliche Bauern, dass sich die Krieger mit ihren Frauen und Töchtern einlassen. Auch das Angebot an die Samurai fällt nicht üppig aus: ihr Lohn besteht lediglich aus Verpflegung. Die 7 Samurai, die trotzdem zu diesem Angebot einwilligen, werden folglich äusserst misstrauisch empfangen.

Die sieben Samurai

Die sieben Samurai in Akira Kurosawas gleichnamigen Meisterwerk von 1954

Die Spannungen werden abgebaut, die Bauern in grundlegenden Kampftechniken ausgebildet, das Dorf wird besser befestigt. Auf einmal kommen versteckte Kampfausrüstungen zum Vorschein, die von den Bauern von früher erschlagenen Samurai abgenommen wurden. Die Situation zwischen den Kriegern und den Bauern muss nun erneut geklärt werden. Kikuchiyo (Toshirō Mifune) einer der sieben Samurai - ein Bauernsohn - versucht, die Situation der Bauern zu erklären: ihr Misstrauen, Armut und Leid wuchs in den Kriegsjahren zuvor und wurde durch marodierende Samurai geschürt. Die Samurai erklären sich bereit zu bleiben und als die Bauern hungern, teilen sie ihre Essensrationen. Während der Gerstenernte entdecken Späher schliesslich die heranstürmenden Banditen. Der mehrtägige Kampf wird zahlreiche Opfer verlangen.

In Ridley Scotts monumentalem Meisterwerk "Gladiator" von 2000, erlebt der römische Feldherr Maximus Decimus Meridius (brillant gespielt von Russell Crowe) den Verlust seiner Familie - die aufgrund eines politischen Komplottes umgebracht wird - den er selbst nur schwer verletzt überlebt. Er wird von Händlern nach Afrika verschleppt und dort als Sklave an eine Gladiatorenschule verkauft. Fortan ist er als Gladiator ähnlich erfolgreich wie als Feldherr und sein Aufstieg in den Arenen des römischen Reiches bringt ihn schliesslich nach Rom, wo er seiner Rache Nahe ist: Denn vor Jahren wollte Kaiser Mark Aurel die Demokratie im Reich einführen und damit die Herrschaft der Kaiser beenden. Gestoppt wurde er vom eigenen Sohn: Commodus hat sich gegen ihn verschwört, tötete den eigenen Vater und liess seine Gefolgsleute umbringen.

Gladiator

In Gladiator gerät Maximus (Russel Crow) in lebensgefährliche Kämpfe - Dreamworks LLC & Universal Pictures

Maximus erlebt also ein Wechselbad der Gefühle: seine Erfolge als Feldherr zählen plötzlich nichts mehr, er wird verraten, führt das Leben eines Sklaven und muss dutzende Gefahren überstehen. Mit neuen Kameraden unter den Gladiatoren steigt er langsam zum Liebling der Massen empor, bis er Commodus gegenübersteht. Der Plot erscheint daher zeitlos, folgt aber lediglich lose wahren, geschichtlichen Gegebenheiten. Auch wenn der Film etliche historische Fehler enthält (Mark Aurel starb in Wirklichkeit an der Pest) und z.B. sogar Regeln des Gladiatorenkampfs ignoriert, so vermag er trotzdem dramaturgisch zu überzeugen.

Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" (Monty Python and the Holy Grail, 1975) ist eine grossartige Satire auf die Artus-Saga und das Verhältnis zwischen Briten und Franzosen, die alles und jeden aufs Korn nimmt. Die Komödie ist - wie von Monty Python gewohnt - sehr sarkastisch, zeigt überdrehte Personen in absurden Situationen und spottet über alles, was irgendjemandem heilig sein könnte - mit einem Humor, der oftmals zotig ist, dann aber auch schräg und in anderen Momenten zum Nachdenken anregt.

Ritter der Kokosnuss

In "Ritter der Kokosnuss" suchen König Arthur und seine Gefolgsleute nach dem heiligen Gral und müssen etliche Abenteuer bestehen - Sony Pictures Home Entertainment

Der Film überrascht durch seine kongenialen Einfälle, karikiert z.B. das Verhältnis der Bauern zu den Adelsleuten als auch den Begriff der Realität, indem oft zwischen Mittelalter und Gegenwart (also mitten in die Filmaufnahmen) geschaltet wird. Der Streifen erinnert an einigen Stellen eher an eine Sketchsammlung als eine fortlaufende Handlung. In "Das Leben des Brian" (Life of Brian, 1979) - eine sehr empfehlenswerte Bibelsatire - ist die Handlung ein wenig stringenter.

Kriegsabenteuer

Kriegsabenteuer sind auf die Erlebnisse weniger - oft ausserhalb der Frontlinie - fokussiert, wohingegen im Kriegsfilm das Hauptaugenmerk auf das eigentliche Kampfgeschehen gelegt wird. So kämpft in Quentin Tarantinos grosser Charakterstudie "Inglourious Basterds" von 2009, die einen fiktiven Plot durchspielt, eine Gruppe von britischen und amerikanischen Soldaten sowie deutschen Deserteuren hinter den feindlichen Linien - im besetzten Frankreich. Durch geschickte Nadelstiche und äusserst brutale Hinrichtungen gelingt es den Basterds die Nazis in Aufruhr zu versetzen. Einer ihrer Gegner ist SS-Standartenführer Hans Landa - besonders intensiv von Christoph Walz gespielt - der sich als detektivischer und äusserst skrupelloser Judenjäger hervortut.

In einigen Szenen, die Quentin Tarantino in schonungsloser Brutalität über mehrere Minuten ausbreitet, wird eine psychologische Spannung erzeugt, die ihresgleichen sucht: So sitzt Landa in einem Bauernhaus auf einem Holzboden, unter dem sich die gesuchte jüdische Milchbauerfamilie aus der Nachbarschaft in einem Keller versteckt. Die Anfangssequenz entwickelt sich zu einer Charakterstudie dieses perfiden Menschen, der ruhig an seiner Pfeife nippend durch geschicktes Nachfragen die Situation für die Anwesenden unerträglich macht. Als Landa die jüdische Familie entdeckt, lässt er sie erschiessen, lediglich die junge Shosanna kann nach Paris entkommen.

Inglourious Basterds

Sgt. Donny Donowitz (Eli Roth) und Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) operieren hinter den feindlichen Linien im besetzten Frankreich

Drei Jahre später soll der Film "Stolz der Nation" unter Beisein der Nazi-Führungsriege in Paris uraufgeführt werden. Ausgerechnet im Kino, das von Shosanna unter dem Decknamen "Emmanuelle Mimieux" betrieben wird. Von der Filmvorführung bekommen auch die Basterds Wind, die nun einen Plan ausarbeiten, die versammelten Nazi-Grössen im Kino auszulöschen. Doch auch Shosanna arbeitet an ihrer Rache und wird in einem Café beinahe von Landa erkannt. Tarantino spielt die unterschiedlichen Interessen jetzt miteinander aus, sorgt für reichlich Verstrickungen und Unvorhergesehenes, bis es schliesslich im Kino zum Höhepunkt kommt. Brillant ist z.B. auch Brad Pitt, dessen Süd-Staaten Chuzpe ihn trotz massivem Akzents und kläglicher Deutschkenntnisse mitten durch das versammelte Premierenpublikum lotst.

In David Leans Meisterwerk "Die Brücke am Kwai" (The Bridge on the River Kwai, 1957), das in einem Kriegsgefangenenlager in Burma spielt, ordnet sich der englische Offizier Nicholson (Alec Guinness) zuerst nicht den Befehlen des japanischen Lagerkommendanten Saito unter. Er beruft sich auf die Genfer Kriegsgefangenkonvention, die verbietet, dass Offiziere Strafarbeiten durchführen. Doch Saito hat einen strengen Zeitplan vorliegen, eine Holzbrücke über den Kwai zu errichten, und so droht er mit Repressionen. Um das Leid der Gefangenen während des Baus gering zu halten, bietet Nicholson an, eine elegantere Konstruktion über den Kwai zu errichten, wenn er und die Offiziere den Bau beaufsichtigen können. Saito willigt schliesslich ein. Die Brücke nimmt tatsächlich weitaus schneller Gestalt an, als ursprünglich geplant, was auch Saito Respekt abverlangt. Eines Tages kann Commander Shears (William Holden) fliehen und schlägt sich bis zu US-amerikanischen Streitkräften durch. Nachdem er sich von seinen Strapazen erholt hat, wird er allerdings zu einem Sabotagekommando rekrutiert: So sollen Fallschirmspringer in der Nähe der Brücke landen und sie sprengen...

Die Brücke am Kwai

Die britischen Kriegsgefangenen beim Appell - Columbia Pictures

Der Film "Gesprengte Ketten" (The Gread Escape) unter Regie von John Sturges erzählt die Geschichte von 250 Amerikanern und Briten, die unter der Führung von Roger Bartlett (Richard Attenborough) Tunnel graben, um aus dem besonders ausbruchsicheren Kriegsgefangenlager in Sagan zu fliehen. Doch die Flucht steht unter keinem guten Stern, denn der Tunnel erweist sich in der Nacht der Flucht als zu kurz...

Gesprengte Ketten

Captain Virgil Hilts (Steve McQueen) kann dank eines Motorrads fliehen - United Artists

Auch wenn das Lagerleben und die Überlistung der Wachmannschaft den Film um einige witzige Elemente bereichert, so spart der Streifen mit der Ermordung der meisten Fliehenden durch die Wachtmannschaft und die Gestapo, die einige Entflohene wieder aufgreift, das tragische Fazit keineswegs aus. "Gesprengte Ketten" ist einer der besseren Filme, der im zweiten Weltkrieg spielt, und vermag trotz einiger Längen zu überzeugen. Ähnliche Filme werden gleich nachfolgend beschrieben.

Fluchtabenteuer

Stoff für interessante Abenteuerfilme liefern aber auch Menschen, die zu Friedenszeiten auf der Flucht sind - egal ob von der Polizei, Agenten oder Gangstern gejagt. Klassisch sind z.B. Geschichten von Gefängnisausbrüchen von Kriminellen oder von unschuldig hinter Gitter Eingesperrten. So kann Dr. Kimble (gespielt von Harrison Ford) in "Auf der Flucht" (The Fugitive, 1993) gerade noch rechtzeitig vor seiner Hinrichtung mittels Giftspritze fliehen. Er muss nun seinem Häscher (Tommy Lee Jones als Deputy Marshal Samuel Gerard) entkommen aber auch seine Unschuld beweisen. Der Film bietet eine hinreissende Action und einige spannende Verstrickungen.

In einem der besten Abenteuerfilmen in diesem Themensegment - "Der unsichtbare Dritte" (North by Northwest, 1959) von Regie-Altmeister Alfred Hitchcock - kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung in einem Hotel: Roger Thornhill (Cary Grant) wird - als er Richtung einer Telefonzelle tritt - von Bewaffneten festgesetzt. Die Gangster haben kurze Zeit vorher "Roger Kaplan" ausrufen lassen, der allerdings nicht erscheint. Thornhill macht in einem Versteck Bekanntschaft mit dem Gangsterboss und seinem Sekretär Leonard (Martin Landau), die von ihm Kooperation verlangen, wozu Thornhill aber nicht einwilligen kann. Daraufhin wird er mit Alkohol abgefüllt und ans Steuer eines Fahrzeuges gesetzt. Doch statt dass er mitsamt dem Wagen über die Klippen stürzt, gelingt Thornhill die Flucht. Nun wird er von der Polizei verhaftet und von der eigenen Mutter vor Gericht als Alkoholiker diskreditiert. Schliesslich macht sich Thornhill auf die Suche nach der Wahrheit - nichts davon ahnend, dass "Kaplan" eine Erfindung der CIA ist, um die Gangster abzulenken. Doch statt dass die CIA Thornhill sofort zur Hilfe eilt, überlässt sie ihn seinem Schicksal, um die eigenen Agenten zu schützen...

Der unsichtbare Dritte

Thornhill (Cary Grant) wird von einem Flugzeug verfolgt - Metro-Goldwyn-Mayer

Hitchcocks Thriller begeistert durch irre Wendungen, Verfolgungsmanöver und einen guten Spannungsaufbau, dessen Showdown auf dem "Mount Rushmore"-Monument stattfindet - also der in Stein gemeisselten vier Präsidenten. Der Film überzeugt aber auch durch seinen feinen Humor und seine Leichtigkeit und hat damit etliche, nachfolgende Spionagefilme der James-Bond-Reihe beeinflusst  - aber auch die Streifen um "Indiana Jones" die gleich besprochen werden.

Schatzjägerfilme

Schatzjäger-Geschichten voller Abenteuer haben die Leute schon während des wirtschaftlichen Niedergangs der 30er Jahre und durch den zweiten Weltkrieg bei Laune gehalten. Das grosse Revival gelang aber erst Jahrzehnte später, als Steven Spielberg und George Lucas 1981 mit "Indiana Jones" den Schatzjäger alter Schule wiederbelebten. Geschichtsprofessor Dr. Henry Jones Jr. (Harrison Ford) ist ein leicht zynischer Zeitgenosse, der allerdings keine Abenteuer scheut, es sei denn, seine Schlangenphobie kommt ihm in die Quere. Seine Widersacher sind vornehmlich die Nazis, die im Wettlauf um die Schätze für einige Aufregung sorgen.

Jäger des verlorenen Schatzes

Harrison Ford als Indiana Jones in Jäger des verlorenen Schatzes - Lucasfilm Ltd. & TM.

In den bislang vier Filmen, von denen die ersten drei wirklich sehenswert sind, gelingt es Steven Spielberg, die Geschichten um Indiana Jones temporeich und actiongeladen auf die Leinwand zu bringen. In "Jäger des verlorenen Schatzes" (Raiders of the Lost Ark, 1981) sucht Indy die Bundeslade,  in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" (Indiana Jones and the Temple of Doom, 1994) erlebt Indiana Jones Abenteuer in Indien und in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (Indiana Jones and the Last Crusade, 1991) machen sich Prof. Henry Jones (Sean Connery) und sein Sohn auf die Suche nach dem heiligen Gral. Wenngleich in den besseren Indiana Jones-Filmen auch gruslige Elemente und übersinnliche Fähigkeiten vorkommen, so hat man mit einer Ausweitung auf ausserirdische Besucher den Bogen in Teil IV überspannt - "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008) erreicht den Charme der ersten drei Teile nicht mehr. Für Fans von Harrison Ford in Abenteuerfilmen bietet sich daher eher die Star Wars-Trilogie aus den Jahren 1977-1983 (nach neuer Nummerierung Teil 4-6) zur Erweiterung der heimischen Film-Sammlung an (siehe Science-Fiction-Abenteuer).

Abenteuer in der Wildnis

Ein klassisches Sujet für Abenteuerfilme ist die Wildnis. Menschen setzen sich der Gefahren der Natur aus, verirren sich in Wäldern oder werden von wilden Tieren gejagt. In einem besseren Film zum Thema erlebt man die Abenteuer des Aussteigers Christopher McCandless, der seine Reichtümer aufgibt, durch die USA trampt und schliesslich seinen Traum verwirklicht: abseits jeglicher Zivilisation in der Wildnis Alaskas zu leben. Doch wohingegen sein Leben auf den Strassen neue Freunde und viele Erfahrungen gebracht hat, ist er alleine in der Wildnis überfordert.

Christopher McCandless (Emile Hirsch) vor einem alten, liegengebliebenen Bus, der ihm in der Wildnis von Alaska eine Behausung bietet - Paramount Vantage

Der Film "Into the Wild - Die Geschichte eines Aussteigers" (Into the Wild, 2007) ist das feinfühlige Werk von Regienovize Sean Penn, in dem Christopher McCandless - auch bekannt als Alex Supertramp - auf seiner Reise durch die USA portraitiert wird. Der faszinierende Charakter ewinnt durch seine offene Art und positive Weltanschauung an grosser Sympathie. Als Zuschauer gönnt man Chris den Abenteuertrip quer durch die USA. Auch mit Wissen um die schwierige Zeit mit den Eltern, die ihre Vorstellungen für Chris' Zukunft bis zuletzt verwirklichen wollen, selbst aber in einer gescheiterten Ehe leben. Doch in Alaska angekommen, wendet sich nach wenigen Monaten das Blatt. Kurz nach dem Winter und einer Zeit voller Entbehrungen, versperren nun riesige Wassermassen den Rückweg in die Zivilisation...

Abenteuer im Wilden Westen können in der Kategorie "Western" gefunden werden. So sind der Italowestern "Zwei Glorreiche Halunken" oder der Western "Der Schatz der Sierra Madre" auch für Liebhaber von Abenteuerfilmen zu empfehlen.

Science-Fiction-Abenteuer

Der Plot in Science Fiction oder Fantasy-Filmen ähnelt oft demjenigen eines klassischen Abenteuerfilms. Lässt man die etwas ungewohnte Umgebung ausser Acht, und fokussiert sich auf die Helden der Geschichte, so nimmt man meisterlich erzählte Plots zur Kenntnis: von heranwachsenden Jünglingen, die die Weiten des Weltraums kennenlernen oder von Frauen, die über sich hinauswachsen und es mit zwei Meter grossen Monstern aufnehmen.

Die Star-Wars Trilogie ("Krieg der Sterne" [1977], "Das Imperium schlägt zurück" [1980], "Rückkehr der Jedi-Ritter" [1983]) erzählt von den Abenteuern von Luke Skywalker, der vom Bauernsohn zur Hoffnung der Rebellion im Kampf gegen das Imperium reift, von Prinzessin Leia, die Verantwortung innerhalb der Rebellion übernehmen muss, und von Han Solo, der vom verantwortungslosen Weltraumpiraten zum zuverlässigen Teilnehmer der Rebellion und zu einem echten Freund von Luke und Leia wird. Die Figuren wachsen an kleinen und grossen Gefahren: von Kämpfen auf fremden Raumstationen, in Müllpressanlagen, im Trainingscamp mit Yoda, in einer Wolkenstadt usw. Der Ideenreichtum und die Qualität der Tricks macht "Star Wars" zu einem grossen Filmvergnügen für alle, die an kleinen und grossen Abenteuern interessiert sind und sehen wollen, wie die Protagonisten an Erfolgen und Misserfolgen reifen.

Krieg der Sterne

Luke Skywalker (Mark Hamill) lernt von Obi Wan Kenobi (Alec Guiness) wie er das Lichtschwert seines Vaters führen soll -  20th Century Fox

In "Alien" (1979) übersteht Lt. Ellen Ripley (Sigourney Weaver) das Abenteuer ihres Lebens: Sie entwickelt sich vom unscheinbaren Crew-Mitglied zu einer Kämpferin, die es mit einer übermenschlichen Monsterkreatur aufnehmen muss. Dies ist einer der ersten Filme, in denen einer Frau eine solche Entwicklung zugestanden wurde. Lt. Ripley zählt noch immer zu den 10 grössten Filmhelden - laut American Film Institute.

Alien

Ellen Ripley (Sigourney Weaver) entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer Kämpferin - 20th Century Fox

Weitere Filme aus dem Genre der Science Fiction, die eine Vielzahl an Abenteuer-Elementen bieten, sind z.B. "Inception" (2010) mit surrealen Traumwelten oder auch "Matrix" mit einer simulierten Wirklichkeit und etlichen Kampfszenen. Weitere Informationen zu diesen Filmen sind in der Kategorie Science Fiction zu finden!

Fantasy-Abenteuer

Eines der grössten Abenteuer des Fantasy-Genre erleben kleinwüchsige Hobbits in Peter Jacksons "Der Herr der Ringe"-Trilogie ("Der Herr der Ringe: Die Gefährten" [The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring, 2001], "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" [The Lord of the Rings: The Two Towers, 2002], "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" [The Lord of the Rings: The Return of the King, 2003] basierend auf der Buchreihe von J. R. R. Tolkien. Dieser epische Filmreigen, dessen grossartige Bilder in unberührten Landschaften Neuseelands eingefangen wurde, zeigt die Abenteuer einer kleinen Gruppe von Hobbits, deren Aufgabe es wird, einen Ring in den Feuern des Schicksalsbergs zu vernichten. Dieser eine Ring würde dem Dunklen Herrscher Sauron die Macht geben, die ganze Mittelerde zu unterwerfen. Doch auch Hobbit Frodo als Ringträger kann sich schwerlich der unheimlichen Anziehung des Ringes entziehen... Und alsbald kann Sauron seine Truppen und Gefolgsleute mobilisieren, um nach dem Ring zu suchen und die freien Königreiche anzugreifen. Es entwickelt sich ein Kampf an vielen Fronten, neue Bündnisse werden geknüpft, unheimliche Bedrohungen müssen ausgestanden werden. Die Filmtrilogie setzt das Herr-der-Ringe-Universum grandios um, und wurde zu Recht mit insgesamt 17 Oscars ausgezeichnet.

Der Herr der Ringe

Aragorn (Viggo Mortensen) führt seine Truppen in "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" in die Schlacht um Minas Tirith - New Line Cinema

Im Fantasy-Anime "Chihiros Reise ins Zauberland" (Sen to Chihiro no Kamikakushi, 2001) erschafft der Zeichner Hayao Miyazaki eine fantastische Welt in einem verlassenen Vergnügungspark, der zufällig von Chihiro und ihren Eltern aufgefunden wird. Chihiro streift umher und trifft den Jungen Haku, der sie auffordert, vor Einbruch der Dunkelheit den Park wieder zu verlassen. Unterdessen verköstigen sich die Eltern unerlaubt am bereitgestellten Essen in einem Restaurant - sie werden zur Strafe in Schweine verwandelt. Als die Dämmerung hereinbricht, und die Umgebung immer unheimlicher wird, bringt Haku Chihiro ins Badehaus der Hexe Yubaba, das auch von Shintōgöttern und Geistern in Anspruch genommen wird. Chihiro muss nun einige Abenteuer durchstehen, bevor sie ihre Eltern zurückverwandeln kann. Doch ein Mensch, der zu lange in dieser Umgebung bleibt, vergisst seinen Namen und kann nie wieder zurück...

Chihiros Reise ins Zauberland

Chihiro streift durch den Vergnügungspark - Studio Ghibli

Der prächtige Film überzeugt durch Handlung und Animation, ist aber auch aussergewöhnlich kurzweilig. Beeindruckend sind die zahlreichen Emotionen und Lösungsansätze, die "Chihiros Reise ins Zauberland" beinhaltet, so dass der Film nicht nur unterhält, sondern auch Werte vermittelt.

Die "Toy Story"-Reihe ist eine weiteres, modernes, computeranimiertes Fantasy-Märchen, das Spielzeugfiguren Abenteuer bestehen lässt. Unter Regie von John Lasseter (Toy Story 1-2) und Lee Unkrich (Toy Story 3) entwickeln die Animateure von (Disney) Pixar absolut liebenswerte Charaktere. Gerade der erste "Toy Story"-Film überzeugt durch eine gute Mischung aus Emotionen, Charakterentwicklung und  schnellen Actionsequenzen: Als Andies Lieblingsspielzeug, der Cowboy Woody, Konkurrenz durch Buzz Lightyear erhält, ist die Rangfolge unter den Spielzeugen nicht mehr klar: Der eifersüchtige Woody versucht Buzz' Fähigkeiten runterzuspielen und ihn in die hinterste Ecke des Zimmers zu verbannen. Dabei wir Buzz versehentlich aus dem Fenster geschleudert und ist in grösster Gefahr, denn der Nachbarsjunge Sid foltert Spielzeuge. Die anderen Spielzeuge ächten daher Woody. Mitten im Streit wird Woody von Andy auf einen Ausflug mitgenommen. Als das Fahrzeug losfährt, kann sich Buzz daran festhalten und fängt beim Zwischenhalt an einer Tankstelle mit Woody zu streiten an. Noch während der Zankerei setzt sich der Wagen in Bewegung Richtung "Pizza Planet"; die Spielzeuge befinden sich nun auf sich alleine gelassen an der Tankstelle. Die Zeit drängt, eine Lösung zu finden, denn Andy wird umziehen, und Woody sieht ein, dass er nur mit der Hilfe von Buzz zurückfinden kann. Es gelingt ihnen, eine Mitfahrgelegenheit zum "Pizza Planet" zu nutzen, doch dort wartet nicht mehr Andy, sondern Sid...

Toy Story 3

Andy muss sich in Toy Story 3 zwischen Buzz Lightyear und Woody entscheiden - Disney Pixar

Nach dem guten Toy Story 2, in der Woody von den Spielzeugen aus den Fängen eines Spielzeugsammlers gerettet wird, bringt Toy Story 3 den ursprünglichen Charme von Toy Story zurück. Andy, entscheidet auf dem Absprung zum College, lediglich Woody mitzunehmen und will die restlichen Spielzeuge im Speicher verstauen. Doch als er seine Sammlung in einem Beutel auf der Treppe vergisst, wird sie von der Mutter fälschlicherweise zum Hausmüll gestellt. Die Spielzeuge können sich befreien und gelangen als Teil einer Spielzeugspende in die Kindertagesstätte "Sunnyside". Auch Woody, der sich auf die Suche nach seinen Freunden macht, findet die Tagesstätte. Dieser Hort ist je nach Abteilung und Alter der Kinder ein Paradies für Spielzeug oder aber die reine Hölle, denn die Kinder ramponieren die Figuren. Andies ehemalige Spielzeuge wenden sich daher an Lotso Knuddelbär, das Spielzeug-Oberhaupt in "Sunnyside", um in eine ruhigere Abteilung umziehen zu können. Doch Lotso verwährt diesen Wunsch und es stellt sich heraus, dass Lotso in der Tagesstätte eine Diktatur errichtet hat, in der die Spielzeuge zu gehorchen haben...

In Disney-Pixars 3D-Fantasy-Animationsfilm "Oben" (Up, 2009) unter Regie von Pete Docter träumen Ellie und Carl von Abenteuern in fremden Ländern und von einem Haus an den Paradiesfällen in Südamerika. Als Ellie stirbt, und der 78-jährige Carl in ein Altersheim abgeschoben werden soll, entschliesst sich der ehemalige Luftballonverkäufer, sein jetziges Haus mittels hunderter Ballone gefüllt mit Helium flugtauglich zu machen. Als das Haus abhebt, nimmt Carl allerdings den tollpatschigen Pfadfinder Russel mit, der sich gerade unter der Veranda versteckt. Als die beiden tatsächlich nach Südamerika gelangen, entdecken sie einen Paradiesvogel, taufen ihn Kevin und nehmen ihn mit auf die Reise. Doch Kevin wird bereits gejagt: der Entdecker Charles Muntz (vor Jahren von Ellie und Carl wegen seiner Abenteuer bewundert) versucht unter Einsatz aller Mittel seinen Ruf zu retten, da er den Beweis der Entdeckung des Vogels schuldig geblieben ist und seither als Fälscher gilt...

Oben

Russel und Carl in Südamerika - Disney Pixar

"Oben" ist ein sehr melancholischer Film, der aber in grandiosen Bildern eine Menge Gefühl vermittelt und auch vor Themen wie Tod und Verlust nicht Halt macht. Dabei behandelt er diese Aspekte des Lebens mit dem gebotenen Ernst und überzeugt mit einer wunderbaren Herzlichkeit, die einen verzaubert.

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